In der Vorwerker Diakonie verstehen die Verantwortlichen die Tätigkeit in der Werkstatt oder in den anderen Arbeitsbereichen nicht als Sackgasse, sondern als Drehtür und Sprungbrett für den Allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Besonderheit daran ist, dass zwischen beiden Bereichen je nach Bedarf hin- und her gewechselt werden kann, wie sich in dem Gespräch herausstellt. Wenn jemand dauerhaft auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt überlastet ist, kann er weiterhin in der Vorwerker Diakonie tätig sein. Gefördert werden auch Praktika.
Die Anwesenden waren Jürgen Fzz (Benutzername), Mustafa (Benutzername), Herr Schalk und Herr Höffer aus dem Werkstattrat und Frau Oeser und Herr Regenberg von der Vorwerker Diakonie. Jürgen Fzz (Benutzername) und Mustafa (Benutzername) arbeiten normalerweise beide in der Cafeteria. Mustafa machte aber gerade ein Praktikum in einem Second-Hand-Kleidungsgeschäft in Lübeck, wovon er begeistert berichtete. Herr Schalk ist in der Bäckerei tätig und Herr Höffer in der Näherei. Auf die Frage, ob die Anwesenden sich in der Vorwerker Diakonie wohl fühlten, antworteten sie einstimmig mit einem deutlichen „Ja“. Die Atmosphäre sei gut und das offene Klima zwischen den Leuten, sorge für ein allgemeines Wohlgefühl im Miteinander. Dazu beitragen würden die Tatsachen, dass Schwache hier unterstützt würden von denjenigen, die leichter klar kämen sowie dadurch, dass das selbstständige Arbeiten gefördert würde und der Chef ein offenes Ohr für Probleme habe. Es gäbe einen gut strukturierten Arbeitsalltag, der in der Cafeteria von unterschiedlichen Schichten bestimmt sei. In der Näherei und Bäckerei haben Herr Höffer und Herr Schalk gleich bleibende Arbeitszeiten. Daneben verbringen sie viel Zeit mit ihrem sozialen Engagement im Werkstattrat. Der Alltag in der Näherei beginnt um 7.30 Uhr mit einer Besprechung dessen, was an diesem Tag erledigt werden muss, dann werden Kleidungsstücke genäht und gepatcht und manchmal Änderungen daran vorgenommen. Danach geht Herr Höffer, wenn er um 15.05 Uhr Feierabend hat, noch Bummeln, trifft Freunde oder fährt manchmal gern nach Hamburg. Der Arbeitstag von Herrn Schalk in der Bäckerei beginnt um 8 Uhr und endet um 14 Uhr. Dabei stellt er nicht nur unterschiedliche Backwaren her sondern achtet auch akribisch darauf, dass für die nächste Schicht Notizen gemacht werden, darüber, was alles noch zu erledigen ist. Nach Feierabend hört er zur Entspannung Musik, macht Spaziergänge und fährt mit dem Mofaroller, obwohl er, wie er selbst sagt, nur „schlecht abschalten“ kann. Jürgen Fzz (Benutzername) hat in der Cafeteria entweder von 8 bis 16 Uhr oder von 13 bis 21 Uhr Schicht. Die Schichten würden individuell angepasst, je nachdem wie viel jemand arbeiten könne.